Hengstberger Preis Preisträgerin 2023
Der rückgekoppelte Materiekreislauf in Galaxien: Neue Perspektiven vom JWST
Sterne entstehen aus dichten Gaswolken innerhalb von Galaxien. Während ihres Lebens und wenn sie sterben, spritzen diese Sterne Energie, Momentum und neue chemische Elemente in ihre Umgebung und erzeugen so eine Rückkopplungsschleife. Dieser vielskalige Materieaustausch zwischen Gaswolken und Sternen stellt den Hauptantrieb der Galaxie Entwicklung dar.
Doch gerade aufgrund seiner Komplexität bleibt er eine der Hauptunbekannten in der modernen Astrophysik und die Hauptsicherheitsquelle bei Simulationen zur Galaxienentstehung. Die neuen Beobachtungsmöglichkeiten des James Webb Space Teleskope (JWST) beleuchten den Materiekreislauf in Galaxien neu. Sie erlauben uns, die Auswirkungen der stellaren Rückkopplung detaillierter als je zuvor zu studieren, von der Gas- und Staubwärme durch junge Sterne bis zur Auflösung der Ursprungsgaswolke durch Strahlung und Winde massereicher Sterne sowie zu den riesigen Gasschalen, die durch Supernova Explosionen entstehen.

Erste Beobachtungen zeigen, dass wir nun diese Rückkopplungssignaturen in einer Vielzahl von Umgebungen beobachten können – von nahegelegenen sternenbildenden Regionen bis zu fernen Galaxien. Erste JWST-Beobachtungen sind vorhanden, seine Fähigkeiten sind nun gut bekannt und es bleiben 5 Jahre für neue Beobachtungen mit diesem innovativen Teleskop. Dieses Hengstberger Symposium wird weltweit führende Experten aus verschiedenen Bereichen der Astrophysik zusammenbringen, um die jüngsten Fortschritte zu diskutieren und die Richtungen zu identifizieren, in denen der Fortschritt mit dem JWST priorisiert werden sollte.
Dr. Mélanie Chevance
Institut für Theoretische Astrophysik
Albert-Ueberle-Str. 2
69120 Heidelberg
chevance@uni-heidelberg.de
Veranstaltungstermin: 03.06. - 07.06.2024